LinkedIn entlässt 875 Mitarbeitende trotz zweistelligem Wachstum
LinkedIn streicht rund 875 Jobs weltweit – trotz zwölf Prozent Umsatzwachstum und anhaltender AI-Investitionen.
Der nächste große Stellenabbau trifft die Tech- und Recruitingbranche: LinkedIn baut laut mehreren Medienberichten rund fünf Prozent seiner weltweiten Belegschaft ab. Betroffen sind demnach etwa 875 Mitarbeitende in verschiedenen Unternehmensbereichen – obwohl die Plattform zuletzt weiter gewachsen ist.
LinkedIn reduziert Teams in mehreren Bereichen
Wie Reuters und Business Insider berichten, streicht LinkedIn Stellen in den Bereichen Marketing, Produktentwicklung, Engineering und Global Business Organization. CEO Daniel Shapero begründet den Schritt intern mit einer stärkeren Fokussierung auf profitables Wachstum und Investitionen mit höherem Return on Investment.
Demnach will das Unternehmen Ausgaben für Marketingkampagnen, externe Dienstleister, Kundenevents und Büroflächen reduzieren. Gleichzeitig sollen Ressourcen stärker in Infrastruktur und strategische Prioritäten fließen.
Auch ein Standort in Graz, Österreich, soll im Zuge der Umstrukturierung geschlossen werden. LinkedIn selbst spricht von „organisatorischen Veränderungen“, um das Unternehmen besser für zukünftiges Wachstum aufzustellen.
Keine direkten AI-Kürzungen – aber neue Prioritäten
Interessant ist die Einordnung rund um künstliche Intelligenz: Laut Reuters wurde AI intern nicht ausdrücklich als Grund für die Entlassungen genannt. Dennoch zeigt der Schritt erneut, wie Tech-Konzerne ihre Organisationen neu ausrichten, um effizienter zu arbeiten und Kapital in strategische Zukunftsfelder umzuleiten.
Besonders bemerkenswert: Die Entlassungen erfolgen trotz positiver Geschäftszahlen. Im jüngsten Quartalsbericht meldete Microsoft für LinkedIn ein Umsatzwachstum von zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Für den DACH-Startup-Markt dürfte die Entwicklung dennoch relevant sein. Viele Scaleups und Plattformunternehmen stehen aktuell unter Druck, ihre Kostenstrukturen zu optimieren und gleichzeitig stärker in AI-Infrastruktur und Automatisierung zu investieren. Der Fall LinkedIn zeigt, dass selbst profitable Wachstumsunternehmen ihre Teams neu strukturieren, um Margen und Effizienz langfristig zu sichern.
Microsoft setzt Sparkurs fort
Die Maßnahmen bei LinkedIn kommen nur wenige Wochen nach Berichten über freiwillige Abfindungsprogramme bei Microsoft. Medien zufolge könnten davon bis zu sieben Prozent der Microsoft-Belegschaft betroffen sein.
Damit reiht sich LinkedIn in eine längere Serie von Tech-Unternehmen ein, die ihre Organisationen nach dem starken Personalaufbau der vergangenen Jahre neu justieren. Während 2025 noch vor allem Wachstumsziele dominierten, stehen 2026 zunehmend operative Effizienz, Profitabilität und AI-getriebene Produktivität im Fokus.
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