KI-Jobwandel: Welche Jobs Goldman Sachs wachsen sieht
Goldman Sachs zeigt, welche Jobs KI stärkt, welche sie verdrängt und warum junge Beschäftigte besonders unter Druck geraten.
Goldman Sachs Research sieht künstliche Intelligenz nicht nur als Risiko für Jobs, sondern auch als Treiber neuer Beschäftigung. Die Analyse zeigt: KI bremste das monatliche Beschäftigungswachstum in den USA im vergangenen Jahr um rund 16.000 Stellen, schuf aber in ergänzenden Rollen zugleich etwa 9.000 Jobs pro Monat.
KI ersetzt nicht überall gleich stark
Die Ökonomen um Elsie Peng unterscheiden zwischen zwei Effekten: KI kann menschliche Arbeit ersetzen oder sie ergänzen. Dort, wo Unternehmen Aufgaben vollständig automatisieren können, fällt der Beschäftigungseffekt negativ aus. Besonders betroffen sind Telefonistinnen und Telefonisten, Sachbearbeitung in Versicherungen, Inkasso, Abrechnung, Kundenservice und Dateneingabe.
Die Studie zeigt auch, wer den Druck besonders spürt. Junge und weniger erfahrene Beschäftigte verlieren häufiger Chancen, weil viele klassische Einstiegsaufgaben in Büro- und Servicejobs leichter automatisierbar sind. Für Startups in der DACH-Region ist das relevant, weil gerade Junior-Rollen oft aus repetitiven Aufgaben, Datenpflege und Standardkommunikation bestehen.
Wo KI neue Beschäftigung ermöglicht
In anderen Berufen wirkt KI anders. Wenn sie Beschäftigte produktiver macht, kann sie die Kosten pro Leistungseinheit senken. Dadurch steigt im besten Fall die Nachfrage, sodass Unternehmen mehr statt weniger Menschen einstellen. Goldman Sachs verweist hier auf das Jevons-Paradoxon: Höhere Effizienz kann den Gesamtbedarf erhöhen.
Besonders hohe Ergänzungspotenziale sieht die Analyse bei Bildungsberufen, Richterinnen und Richtern sowie Bauleitern. Diese Tätigkeiten verlangen Urteilsvermögen, Kreativität, soziale Fähigkeiten oder physische Präsenz. Auch Rollen wie Interior Design zeigen, dass KI zwar Aufgaben unterstützt, aber nicht ohne Weiteres die gesamte Arbeit ersetzt.
Was Gründer und Investoren daraus lernen
Für Gründer in Deutschland, Österreich und der Schweiz liegt die wichtigste Erkenntnis nicht in der reinen Zahl der wegfallenden Jobs. Entscheidend ist die Frage, welche Rollen durch KI kleiner, produktiver oder strategischer werden. Wer Hiring-Pläne nur pauschal kürzt, übersieht mögliche Wachstumsfelder in Produktivität, Customer Success, Operations oder datengetriebenem Management.
Investoren sollten genauer prüfen, ob Portfoliounternehmen KI nutzen, um Personal zu ersetzen, oder um Teams skalierbarer zu machen. Denn die Goldman-Sachs-Analyse legt nahe: Der stärkste Arbeitsmarkteffekt entsteht nicht dort, wo KI sichtbar eingesetzt wird, sondern dort, wo sie Geschäftsmodelle, Einstiegsrollen und Nachfragekurven verändert.
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