1. Startseite
  2. Blog
  3. 2.070 offene Jobs: Diese Unicorns stellen jetzt besonders ein

2.070 offene Jobs: Diese Unicorns stellen jetzt besonders ein

2.070 Jobs sind bei deutschen Unicorns offen: Besonders Energie, Robotics und DefTech suchen Fachkräfte, während andere Startups ihr Hiring bremsen.

VonStartup Insider4 Minuten Lesezeit
2.070 offene Jobs: Diese Unicorns stellen jetzt besonders ein

Deutschlands Unicorns suchen weiterhin Tausende Fachkräfte, doch die Jobchancen verteilen sich zunehmend ungleich. Eine Indeed-Analyse zeigt: Besonders Robotics, DefTech und Energie treiben den Stellenmarkt, während andere bekannte Startups ihr Recruiting deutlich zurückfahren.

Robotics, DefTech und Energie treiben das Hiring

Im Juli 2026 waren bei den von Indeed untersuchten deutschen Unicorns insgesamt 2.070 Stellen ausgeschrieben. Damit blieb das Stellenvolumen gegenüber den 2.082 offenen Positionen im Juni nahezu stabil. Hinter dieser Entwicklung stehen allerdings deutliche Verschiebungen zwischen einzelnen Unternehmen und Branchen.

Seit Jahresbeginn haben insbesondere industriell geprägte Bereiche an Bedeutung gewonnen. Dazu zählen Robotics-Unternehmen wie Neura Robotics und Agile Robots sowie DefTech-Startups wie Quantum Systems, Stark und Helsing. Auch das Software-Unicorn Osapiens gehört zu den Unternehmen, deren Recruiting zur Jahresmitte deutlich zulegte.

Damit verändert sich auch das Profil des deutschen Startup-Arbeitsmarkts. Während viele Unicorns früher vor allem für digitale Plattformmodelle standen, entstehen neue Jobs zunehmend rund um Automatisierung, industrielle Produktion, Infrastruktur und sicherheitsrelevante Technologien.

Für Gründer und Investoren im DACH-Raum ist diese Entwicklung mehr als ein Recruiting-Signal. Sie zeigt, in welchen Bereichen finanzierte Wachstumsunternehmen aktuell Kapazitäten aufbauen und welche Kompetenzen für die nächste Wachstumsphase besonders wichtig werden.

1Komma5° und Enpal führen den Stellenmarkt an

Die meisten offenen Stellen meldete im Juli 1Komma5°. Das Energie-Unicorn kam auf 296 ausgeschriebene Positionen. Dahinter folgte Enpal mit 248 Jobs.

Enpal reduzierte sein Stellenangebot damit allerdings deutlich. Im Juni waren noch 302 Positionen ausgeschrieben, sodass die Zahl innerhalb eines Monats um rund 18 Prozent sank. Gleichzeitig sucht das Unternehmen weiterhin Personal für Bereiche wie Engineering, IT, Finance, Logistik und AI.

Auf Rang drei folgte Neura Robotics mit 184 offenen Stellen. Besonders groß ist dort die Nachfrage nach technischen Fachkräften: Allein 86 Ausschreibungen richteten sich an Ingenieurinnen und Ingenieure.

Der Energiesektor bleibt damit eine der wichtigsten Jobmaschinen unter Deutschlands Unicorns. Gleichzeitig zeigt der Aufstieg von Robotics, dass sich technologiegetriebenes Wachstum zunehmend mit klassischen industriellen Kompetenzen verbindet.

Einige Unicorns bremsen Neueinstellungen deutlich

Nicht alle Unternehmen bauen ihre Teams weiter aus. Bei mehreren prominenten Unicorns ging die Zahl der ausgeschriebenen Stellen deutlich zurück.

Besonders sichtbar ist die Entwicklung bei Deepl. Das Kölner AI-Unternehmen schrieb im Juni und Juli keine neuen Stellen in Deutschland aus. Bereits im Mai hatte Deepl rund 250 Stellen gestrichen und die Maßnahmen mit kleineren Teams, höherer Effizienz und einer stärkeren Nutzung von AI in internen Prozessen begründet.

Auch Omio und Staffbase reduzierten ihre Ausschreibungen erheblich. Die Zahlen verdeutlichen, dass selbst erfolgreiche und hoch bewertete Startups ihre Personalplanung inzwischen stärker an Profitabilität und Produktivität ausrichten.

Enpal baut Stellen ab und sucht gleichzeitig neue Talente

Auch bei Enpal zeigt sich, wie unterschiedlich Personalabbau und Recruiting gleichzeitig verlaufen können. Im Juli schloss das Unternehmen seinen Standort in Hamburg und strich dort rund 80 Stellen, vor allem im Vertrieb.

Bereits im März hatte das Solar-Startup knapp 100 Beschäftigte im Kundenservice entlassen und die entsprechende Abteilung am Berliner Standort aufgelöst.

Parallel wächst das Geschäft weiter. Enpal meldete für das erste Halbjahr 2026 einen vorläufigen Umsatz von mehr als 600 Mio. EUR und treibt eine strategische Neuausrichtung voran. AI, Plattformgeschäft und Partnerstrukturen sollen künftig eine größere Rolle spielen.

Für Bewerber bedeutet das: Eine hohe Zahl offener Stellen ist nicht automatisch ein Zeichen dafür, dass ein Unternehmen in sämtlichen Bereichen Personal aufbaut. Rollen, Standorte und Funktionen entwickeln sich zunehmend unterschiedlich.

Senior-, Junior- und Management-Jobs ziehen wieder an

Positiv entwickelte sich im Juli die Nachfrage nach Fach- und Führungskräften. Die Zahl der Senior-Positionen stieg von 385 im Juni auf 414 im Juli. Das entspricht einem Plus von 7,5 Prozent.

Auch Berufseinsteiger profitieren von einer leichten Erholung. Die Zahl der Junior-Stellen erhöhte sich von 44 auf 53 und damit um 20,5 Prozent. Das absolute Niveau bleibt allerdings vergleichsweise niedrig.

Für Manager sieht der Markt ebenfalls besser aus. Im Juli enthielten 438 Ausschreibungen eine entsprechende Rollenbezeichnung, nach 428 im Juni. Zu Jahresbeginn waren es 412 Positionen gewesen.

Damit suchen Unicorns weiterhin gezielt Menschen, die Verantwortung für Teams, Projekte und Prozesse übernehmen können. Gleichzeitig deutet die Entwicklung darauf hin, dass Unternehmen weniger breit einstellen und ihre Budgets stärker auf strategisch wichtige Rollen konzentrieren.

Was die Zahlen für den DACH-Jobmarkt bedeuten

Die 2.070 offenen Stellen zeigen, dass Deutschlands Unicorns weiterhin relevante Arbeitgeber bleiben. Der Markt verändert sich jedoch: Wachstum konzentriert sich stärker auf Energie, Robotics, DefTech und technische Schlüsselrollen.

Für Bewerber lohnt es sich deshalb, nicht nur auf bekannte Startup-Namen zu schauen, sondern genauer zu prüfen, welche Bereiche tatsächlich wachsen. Engineering, AI, Operations und Management bieten derzeit besonders interessante Chancen.

Für Gründer und Investoren liefert die Entwicklung zugleich einen Indikator für die strategischen Prioritäten des Ökosystems. Wo Unternehmen trotz höherem Kostendruck weiter einstellen, fließen häufig auch Kapital, Produktentwicklung und operative Aufmerksamkeit hin.

Vollständiger Artikel auf Gründerszene

Ähnliche Artikel

IT-Fachkräfte-Index bricht um 37 Prozentpunkte ein

IT-Fachkräfte-Index bricht um 37 Prozentpunkte ein

Der IT-Fachkräfte-Index fällt um 37 Prozentpunkte. Nur Datenbankentwickler profitieren weiterhin vom KI-Boom.

KI-Jobkrise: Tech-Firmen stellen wieder Einsteiger ein

KI-Jobkrise: Tech-Firmen stellen wieder Einsteiger ein

US-Techfirmen stellen wieder ein: Besonders KI-affine Berufseinsteiger könnten von der vorsichtigen Trendwende am Arbeitsmarkt profitieren.

AI und Hiring: Warum der Stellenrückgang noch nicht an KI liegt

AI und Hiring: Warum der Stellenrückgang noch nicht an KI liegt

LinkedIn sieht den Hiring-Rückgang seit 2022 vor allem als Folge hoher Zinsen – nicht durch AI, doch der Skill-Wandel beschleunigt sich massiv.

DeepL streicht 250 Jobs: Was der KI-Umbau für Startups heißt

DeepL streicht 250 Jobs: Was der KI-Umbau für Startups heißt

DeepL streicht 250 Jobs und zeigt, wie stark KI die Personalplanung in DACH-Startups verändert.

85 Jobs weg: Enpal schließt Standort in Hamburg

85 Jobs weg: Enpal schließt Standort in Hamburg

Enpal schließt seinen Vertriebsstandort in Hamburg und entlässt rund 85 Mitarbeitende. Für das Berliner Solar-Startup ist es bereits der zweite größere Stellenabbau innerhalb weniger Monate.

Arbeitgeber des Tages: NEURA Robotics

Arbeitgeber des Tages: NEURA Robotics

NEURA Robotics entwickelt kognitive und humanoide Roboter. 403 offene Stellen in Robotik, Physical AI und mehr. Jetzt Jobs entdecken.