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Homeoffice-Verbot: Warum narzisstische Chefs ins Büro zurückrufen

Eine neue Studie zeigt, warum manche Führungskräfte Homeoffice ablehnen – und weshalb das Startups beim Recruiting schaden kann.

VonStartup Insider2 Minuten Lesezeit
Homeoffice-Verbot: Warum narzisstische Chefs ins Büro zurückrufen

Flexible Arbeitsmodelle gelten längst als wichtiger Wettbewerbsvorteil im Kampf um Fachkräfte. Dennoch setzen viele Unternehmen wieder auf Präsenzpflicht. Eine aktuelle Studie zeigt: Hinter dieser Entscheidung steckt nicht immer der Wunsch nach mehr Produktivität – sondern mitunter die Persönlichkeit der Führungskräfte.

Studie zeigt Zusammenhang zwischen Narzissmus und Homeoffice-Verbot

Während die Diskussion über Remote Work häufig mit Produktivität oder Unternehmenskultur begründet wird, liefert eine Untersuchung der Wharton School der University of Pennsylvania eine andere Erklärung. Über einen Zeitraum von sechs Jahren analysierten die Forschenden, warum manche Führungskräfte flexible Arbeitsmodelle fördern und andere konsequent ablehnen.

Das überraschende Ergebnis: Weder mangelndes Vertrauen in Mitarbeitende noch eine besondere Vorliebe für persönlichen Austausch erklärten die Ablehnung von Homeoffice. Ausschlaggebend war vor allem ein Persönlichkeitsmerkmal – Narzissmus.

Kontrolle statt Produktivität

Parallel dazu zeigt eine Studie mit Beteiligung der Techniker Krankenkasse, dass hybrides Arbeiten durchaus Vorteile bietet. Demnach steigert Homeoffice die Produktivität um rund 20 Prozent – allerdings nur bis zu einem Anteil von etwa 60 Prozent der Arbeitszeit. Danach nimmt der persönliche Austausch ab, was die Zusammenarbeit erschweren kann.

Für Unternehmen spricht deshalb vieles für hybride Arbeitsmodelle. Trotzdem kehren zahlreiche Arbeitgeber nach der Pandemie zur vollständigen Präsenz zurück.

Warum narzisstische Führungskräfte Präsenz bevorzugen

Laut den Forschenden empfinden narzisstische Führungskräfte im Büro mehr Einfluss und Kontrolle. Digitale Zusammenarbeit reduziert ihre Sichtbarkeit und erschwert unmittelbare Anerkennung durch Mitarbeitende. In Videokonferenzen sind sie lediglich eine Kachel unter vielen, während Kommunikation über Tools wie Slack weniger direkte Aufmerksamkeit erzeugt.

Die Studie zeigt außerdem, dass Führungskräfte mit ausgeprägten narzisstischen Eigenschaften häufiger Machtpositionen anstreben und während der Pandemie besonders kritisch über Remote- und Hybridarbeit sprachen.

Was das für Startups bedeutet

Gerade für Startups und Wachstumsunternehmen kann die Haltung zum Homeoffice zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor werden. Flexible Arbeitsmodelle gehören inzwischen zu den wichtigsten Kriterien bei der Gewinnung und Bindung von Talenten. Wer Präsenzpflicht ausschließlich aus Kontrollbedürfnis durchsetzt, riskiert Nachteile im Recruiting und Employer Branding.

Für Gründerinnen und Gründer lohnt sich daher ein kritischer Blick auf die eigene Führungskultur. Moderne Leadership bedeutet zunehmend, Ergebnisse statt Anwesenheit zu bewerten und Mitarbeitenden Vertrauen entgegenzubringen.

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